Ist der Life Ball in Wien ein Gradmesser für „Toleranz“ gegenüber Homo- Bi- und Transsexuellen? Oder finden sich sogar unter den BesucherInnen des Balls homophobe Einstellungen? Angesichts der Aussagen des ehem. Fußballers und „Stargastes“ Michael Konsel ist zu befürchten, dass das Wiener Rathaus selbst am Tag des Life Balls keine Homophobie-freie Zone ist.
Dass der Life Ball-“Stargast“ Michael Konsel im ORF-Live-Interview die homophobe Ansicht verbreitet, wonach Fussball als „harter Sport“ kein Sport für Schwule sei, zeugt davon wie sehr der Life Ball mittlerweile im Mainstream angekommen ist und wie wenig sich seine BesucherInnen über ihre eigene Homophobie bewusst sind. Verkleidete Biedermänner und -frauen kaschieren für einen Abend äußerst aufwendig ihre Abneigung gegen Schwule, Lesben und transidente Menschen, gegen das Nichteinordenbare, das queere, das aus der Norm fallende. Gleichzeitig wird die Teilnahme an dem schrillen Fest quasi als Zertifikat für „Toleranz“ gewertet, von den KaschiererInnen selbst, aber auch von der (heterosexistischen) Öffentlichkeit. Was das Wert ist, wird klar, wenn einem dort Peter Westenthaler über den Weg läuft.
Gerry Keszler hat einen an sich wunderbaren Planeten Life Ball kreiert, ihm und seinem Team gebührt dafür tausend Dank – dennoch darf bei allem Lob nicht übersehen werden, wie sehr dieses einige Stunden dauernde Event in eine homophobe österreichische Realität eingebettet ist. Dass schwulenfeindliche Aussagen eines „Stargastes“ keinerlei Einspruch nach sich ziehen, ist der eigentliche Skandal.Mein Leserbrief an Die Presse vom 18. Mai 2008



Ich muss deinem Leserbrief voll und ganz zustimmen! Es ist schade, dass diese Äußerung von Michael Konsel ohne Reaktion geblieben ist.
Homophobie ist leider in Österreich sehr verbreitet und diverse (religiöse) Fundamentalisten (siehe http://oliverritter.wordpress.com/2008/05/15/homo-ehe-homo-gegner-machen-mobil/ ) oder rechtspopulistische Parteien wie die FPÖ schüren noch zusätzlich Hetze gegenüber Schwulen und Lesben.
Leider sind es nicht nur religiöse Fundamentalisten oder Rechtspopulisten, die homophobes Gedankengut hegen. Es ist im Mainstream – auch LINKS!! bitte nicht auf diesem Auge blind sein! – verhaftet. Es gehört zu den tradierten Erzählungen: Hetero ist normal, Homo ist abnormal.
Somehow i missed the point. Probably lost in translation
Anyway … nice blog to visit.
cheers, Altar.