Festliche Heuchelei
12. März 2008 von schadenmeldung
prominenter Unterstützung gegen Geschäfte mit dem iranischen Regime
richtet, kritisiert die Heuchelei der gegenwärtigen
Gedenkveranstaltungen zum so genannten “Anschluss”. Man könne sich
nicht auf ein folgenloses Warnen und Mahnen angesichts der
Vergangenheit beschränken, sondern müsse sich dem aktuellen
Antisemitismus, wie er insbesondere in den Vernichtungsdrohungen des
iranischen Regimes gegenüber Israel zum Ausdruck komme, mit Taten
entgegenstellen. Simone Dinah Hartmann, die Sprecherin der Plattform
stellt dazu fest: “Sollen die Reden gegen Gewaltherrschaft und
Antisemitismus nicht reine Heuchelei bleiben, muss das geplante
Milliardengeschäft der OMV mit dem iranischen Regime gestoppt werden,
um den iranischen Vernichtungsdrohungen nicht nur verbal, sondern
durch Aufkündigung jeglicher Zusammenarbeit entgegen zu treten.”
Unterstützung für diese Forderung kommt von in Israel lebenden
Vertriebenen aus Österreich. Gideon Eckhaus, Vorstandsvorsitzender
des “Zentralkomitees der Juden aus Österreich in Israel” stellt
hinsichtlich des mit Unterstützung der österreichischen Regierung
geplanten Milliarden-Geschäfts der OMV klar: “Wir wünschen, dass jede
Unterstützung - wo immer sie auch herkommt - für die Entwicklung von
Vernichtungswaffen im Iran, die sich gegen Israel oder andere Staaten
richten, sofort eingestellt wird.” Auch Ari Rath, der langjährige
Chefredakteur der Jerusalem Post, der nach dem “Anschluss” als
13-Jähriger aus Wien vertrieben wurde, unterstützt die Kampagne von
STOP THE BOMB gegen Geschäfte mit dem iranischen Regime.
Die in Wien lebende Autorin Ceija Stojka, Überlebende der
Konzentrationslager Auschwitz, Ravensbrück und Bergen-Belsen und
Unterstützerin von STOP THE BOMB, verweist auf ihre traumatischen
Erfahrungen im Nationalsozialismus und spannt den Bogen zu den
aktuellen Gefahren: “Nach der Befreiung blieb die Angst mein
ständiger Begleiter. Die Vernichtungsdrohungen aus dem Iran lassen
diese Angst wieder wachsen. Fast unerträglich wird sie, wenn
Österreich auch noch Geschäfte macht mit diesem Regime.” Beate
Klarsfeld von den “Söhnen und Töchtern der jüdischen Deportierten
Frankreichs”, die zu den Erstunterzeichnern der im Dezember letzten
Jahres gestarteten Unterschriftenaktion von STOP THE BOMB gehört und
bereits bei den Protesten gegen Kurt Waldheim in Österreich aktiv
war, fragt: “Will Österreich sich, nachdem es in den letzten Jahren
zaghaft begonnen hat, seine Vergangenheit aufzuarbeiten, schon wieder
schuldig machen, indem es die Judenmörder von heute und morgen
unterstützt?”
Die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die ebenfalls zu
den Erstunterstützern von STOP THE BOMB zählt, pflichtet dem bei:
“Mit dem Iran unter seiner derzeitigen Führung kann man keine
Geschäfte machen. Ein Staat, der sich die Vernichtung eines anderen
Staates zum Programm gemacht hat, ist nicht gesellschaftsfähig, weil
er auch gegen seine eigene Gesellschaft agiert. Die brutale
Unterdrückung der Opposition, der Frau, und die mit offensichtlichem
Nationalstolz vorangetriebene atomare Bewaffnung unter dem Deckmantel
der zivilen Nutzung von Kernenergie schließen den Iran derzeit aus
der Runde der zivilisierten Länder aus.”
Die Plattform STOP THE BOMB hat angekündigt, mit weiteren Aktionen
an die Öffentlichkeit zu treten. In der kommenden Woche erscheint im
Studienverlag der von Simone Dinah Hartmann und dem
Politikwissenschaftler Stephan Grigat herausgegebene Sammelband “Der
Iran - Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen
Förderer”, der in mehreren österreichischen und deutschen Städten
präsentiert werden soll. Für den 3. und 4. Mai ist an der Wiener
Universität eine Konferenz unter dem Titel “Die iranische Bedrohung -
Die Islamische Republik, Israels Existenzkampf und die europäischen
Reaktionen” geplant, an der Experten aus dem In- und Ausland,
insbesondere iranische Oppositionelle, teilnehmen werden.
